Kachelofen Heizung Kachelofen verursacht kaum Feinstaubbelastung

Warum der Kachelofen kaum etwas mit der Feinstaubbelastung zu tun hat

Als moderner Mensch in der westlichen Welt hat man es wahrlich nicht leicht: Die Globalisierung überschwemmt uns mit Horrormeldungen aus aller Welt und aus-geklügelte Messtechniken erschrecken uns mit immer neuen Daten über schädliches Ozon, belastende Strahlung und in letzter Zeit vermehrt über krank machenden Feinstaub.

Der wissenschaftliche Bereich, der sich mit der Messung von Feinstaubbelastung beschäftigt nennt sich Nanotechnologie und arbeitet mit Größenordnungen, die sich niemand mehr vorstellen kann. Wir reden da von Teilchen, die tausendstel Millimeter klein oder noch kleiner sind.

In vielen Statistiken wurde nun auch der Kachelofen als Verursacher von Feinstaub genannt. Da aber der Holzbrand durch seinen CO2-neutralen Verbrennungsprozess unbestreitbar eine besonders umweltfreundliche Heizmethode ist, muss dieser Vorwurf dem Image des Kachelofens natürlich schaden. Daher verfasste Univ. Prof. Dr. Hermann Hofbauer vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien ein Gutachten, in dem er dem Brennstoff Holz und damit auch dem Kachelofen einen sehr niedrigen Emissionsanteil bescheinigt.

In diesem Gutachten werden nun zwei sehr wichtige Punkte aufgezeigt, die in oft reißerisch aufgemachten Medienberichten gar keine Beachtung finden, nämlich erstens die Tatsache, dass etwa die Hälfte des Feinstaubs überhaupt nicht dort entsteht, wo er gemessen wird, sondern über viele hundert Kilometer importiert wird und zweites die Diagnose, dass es verschiedene Arten von Feinstäuben gibt, die ganz unterschiedliche Auswirkungen haben. So sind etwa ultrafeine Partikel die gesundheitsgefährlichsten Anteile aller Stäube. Wir reden hier von Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als einem Zehntel Mikrometer (das entspricht einem zehn-tausendstel Millimeter). Zum Vergleich: Eine zehn bis fünfzig Mal größere Bakterie ist geradezu ein Ungeheuer dagegen.

Feinstaub ist ein Teil des Gesamtschwebestaubs, der als TSP bezeichnet wird. TSP ist die Abkürzung für „Total Suspended Particulates“ und heißt übersetzt „Gesamt-schwebepartikel“. Schwebestaub bedeutet, dass feste und flüssige Teilchen in einem Gas verteilt sind und zwar so, dass es zu keinen und nur ganz langsamen Absetzerscheinungen kommt. Dies passiert nur bei ganz kleinen Teilchen bis zu einem aerodynamischen Durchmesser von ca. 57 Mikrometern (1 Mikrometer = 1/1000 mm). Diese Gemische nennt man „Aerosole“, was bedeutet, dass es sich wie eine Flüssig-keit verhält; es ist ein heterogenes, sehr komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen. Es gibt keine einheitliche Zusammensetzung des Staubs, weder physikalisch noch chemisch.

Auch der Feinstaub, der als PM10 (PM = particulate matter – also mit einem aero-dynamsichen Durchmesser von maximal 10 Mikrometer) bezeichnet wird, ist ein Teil von TSP. Daher ist auch seine chemische und physikalische Zusammensetzung sehr komplex. Die Grenze von zehn Mikrometer wurde aus medizinischen Gründen gewählt, weil feinere Partikel den Kehlkopf passieren und so mit bis in die Lunge gelangen können. Da alle Partikel kleiner als zehn Mikrometer im Feinstaub erfasst werden, werden auch die feinen und ultrafeinen Partikel in dieser Kategorie mitgezählt. Vor allem die ultra-feinen Partikel (kleiner als 0,1 Mikrometer) haben zwar massenmäßig (unter 1% der gesamten PM10-Masse) den geringsten Anteil, sind aber durch ihren extrem kleinen Durchmesser sehr gesundheitsgefährdend, da sie bis in die Lungenbläschen vor-dringen können, in der Lunge abgelagert werden und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden können. Der Masseanteil der feinen Partikel (PM 2,5) ist mit etwa dreiviertel der Gesamtmasse am größten. Den Rest bilden grobe Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser zwischen 2,5 und 10 Mikrometer.

Entstehung und Herkunft der einzelnen Partikeln sind sehr unterschiedlich. Die ultra-feinen Partikel stammen überwiegend aus Verbrennungsprozessen, die groben Partikel zwischen 2,5 und 10 Mikrometer aus natürlichen Prozessen und aus Abrieb, die feinen Partikel zwischen 0,1 und 2,5 Mikrometer sind zum überwiegenden Teil sekundären Ursprungs und bilden sich durch Gas-Partikelkonversionen und andere Bildungsmechanismen aus den Vorläufersubstanzen SO2, NOx, NH3 und VOC.

PM10 kann man grob in zwei Gruppen einteilen: primäre Partikel, die direkt an den Schadstoffquellen gebildet und ausgestoßen werden und sekundäre Partikel, die sich erst in der Atmosphäre aus Vorläufersubstanzen bilden. Zu den primären Partikeln gehören Partikel, die aus jeglicher Art von Verbrennungsprozessen (Verbrennungs-motoren in Fahrzeugen und auch stationäre Verbrennungsanlagen) stammen, aber auch Abriebspartikel, wie sie im Straßenverkehr von den Reifen, Bremsen oder vom Split, aus der metallverarbeitenden Industrie oder aus der Bautätigkeit stammen. Die sekundären Partikel werden aus Vorläufersubstanzen wie Stickstoffoxid, flüchtige organische Verbindungen, Schwefeldioxid oder Ammoniak gebildet.

Zur PM10-Belastung der Luft tragen alle Bereiche bei: Verkehr, Industrie, Landwirt-schaft und Haushalte. Es ist zwar unstrittig, dass die ersten beiden Faktoren als Haupt-verursacher ermittelt wurden, doch unterscheiden sich viele Statistiken und die daraus folgenden Diagramme deutlich voneinander. Aber die Menge der Feinstaub-Emissionen allein sagt zuwenig über die Gesundheitsgefahren aus. Entscheidend für mögliche Gefahren ist die Größe der Partikel! Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie diese verteilt sind. Aus diesem Grund hat Prof. Dr. Hofbauer in seiner Studie besonderen Wert auf diesen Aspekt gelegt und belegt durch seine Analysen, dass zum Beispiel Feinstaub aus Dieselruß wesentlich gefährliche ist, als Feinstaub aus Holzfeuerungen. In seinem Gutachten kommt Prof. Dr. Hofbauer also zu dem Schluss, dass die Toxizität von Feinstäuben aus Holzfeuerungen signifikant geringer ist, als die von Feinstäuben aus Diesel-Ruß.

Zusammenfassend zieht Professor Dr. Hermann Hofbauer folgende Schlussfolgerung:
1. Mehr als 50 Prozent des Feinstaubs stammt nicht aus lokalen Quellen sondern aus Ferntransporten. 2. Feinstaub aus den Holzfeuerungen der Kleinverbraucher hat in Österreich und generell in Mitteleuropa einen wesentlich geringeren Anteil als vergleichs-weise Emissionen durch Industrie und Verkehr. 3. Feinstäube aus dem Kleinverbraucherbereich haben nur einen geringen Anteil an ultrafeinen, für den Menschen gefährlichen Partikeln, während Feinstäube aus dem Verkehr einen deutlich größeren Anteil ultrafeiner Partikel aufweisen.

Quelle: Österreichischer Kachelofenverband

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