Kachelofen Heizung Energiebewusst Bauen

Energiebewusst Bauen - Verbraucht weniger Heizen wirklich weniger Energie?

Die Debatte um Energieeffizienz im Gebäudesektor strotzt vor grundlegenden Missverständnissen. Die Reduktion der Heizenergie ist nur ein Faktor, und der wird auch noch krass überbewertet.

Immer öfter werden Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und kontrollierte Wohnraumlüftung zum großen Thema gemacht und teilweise aggressiv beworben. Aber Wärmedämmung, Dreifachverglasung und ähnliche Maßnahmen allein werden die Energieprobleme der Zukunft kaum lösen. Brian Cody, Vorstand des Instituts für Gebäude und Energie der Technischen Universität Graz, steht den derzeit auch politisch so beliebten Dekreten äußerst skeptisch gegenüber: "All diese Energieausweise und Pässe messen lediglich den Energiebedarf, also wie viele Kilowattstunden ein Gebäude verbraucht."

Aber diese Rechnung ist zu einfach und entspricht nicht der Realität, da eine Vielzahl von mindestens ebenso relevanten Faktoren schlichtweg nicht berücksichtigt wird und eine Gesamtberechnung fehlt. So wird zu Beispiel kaum jemals zwischen Quantität und Qualität von Energie unterschieden: Thermische Energie und elektrische Energie haben ganz andere Qualitäten, und während Elektrizität eine hochwertige Energieform darstellt, die aufwändig zu erzeugen ist, ist thermische Energie für Raumwärme eine niederwertige Energieform.

Doch das alles wird ständig missverständlich miteinander vermischt oder gleich ganz verschwiegen. Ein Beispiel: Die so vehement propagierten Niedrigenergie- und Passivhäuser haben zwar einen erfreulich geringen Wärmeenergiebedarf, doch sind sie als System unbedingt kritisch zu hinterfragen. Denn zuerst einmal müssen diese Häuser gebaut werden - und allein bei der Herstellung von dreifach verglasten Fenstern, von supergedämmten Bauteilen, von Haustechnikzentralen und mechanischen Lüftungssystemen wird exorbitant viel Energie verbraucht, die sich später wundersamer Weise allerdings in keiner "Effizienzberechnung" wieder findet.

Eine Studie über Doppelfassaden, die Codys Institut durchführte, zeigte beispielsweise, dass es rund 25 Jahre dauert, bis die Energie, die für die Produktion dieser Fassade aufgewendet wurde, über die reduzierten Betriebskosten wieder eingespielt sei. Dazu Cody: "Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man ein falsches Ergebnis bekommt, wenn man die Herstellungsenergie nicht mitberücksichtigt."

Quelle: Der Standard, 19.02.2009

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